Language: PLENDEHU

Ausstellung über die Geschichte der Ausrüstung

2011-04-14

Am 27. April 2011 wird im Schloss in Dêbno die Ausstellung eröffnet, die die typischen Beispiele der Ausrüstung der Armee in Polen im Zeitraum vom 14. bis zum 16. Jahrhundert darstellt. Diese Zeitperiode von mehr als zweihundert Jahren ist eine Zeit der intensiven Entwicklung der Kultur und der Wissenschaft und eine Zeit der Veränderungen der Kriegsführungsweisen, was auch zu Umgestaltungen auf den Kampffeldern führte. Die Erfahrungen des europäischen Rittertums im Zeitalter der Kreuzzüge auf dem Gebiet des Nahen Osten, die Führung der Kriege mit den Mongolen und den Türken (mit asiatischen Völkern) verwandelten ebenfalls die Weisen der Kampfführung. Es kam zu Umgestaltungen in der Angriffs- und Schutzausrüstung. Zu einer wahren Revolution in diesem Bereich kam es nach der Einführung der Feuerwaffe. Die Rolle des traditionellen europäischen Rittertums, das heißt der Reiterei in Kettenrüstungen und Plattenpanzern, mit einer Lanze in der Hand und mit einem Schwert oder Beil an der Seite, verlor immer mehr an Bedeutung – zugunsten der Infanterie, die mit Feuerwaffe ausgerüstet war. Der Niedergang des traditionellen Rittertums mit seinem Ehrenkodex, d. h. dem Ethos, in Europa ist auch mit dem Niedergang der Epoche des Mittelalters auf der ganzen Welt verbunden.

Die Entwicklung der Handfeuerwaffe, insbesondere der Artillerie im 16. Jh. hatte weitgehende Veränderungen in der Organisation der Armee der Republik Polen zur Folge. Jedoch in Anbetracht der Tatsache, dass das Gebiet der damaligen Republik Polen sehr ausgedehnt war (ca. 1 Mio. km), konnte man auf die Nutzung der Kavallerie im Kampffeld nicht verzichten, weil ihre Anwesenheit bei der Verteidigung der südöstlichen Grenzgebiete notwendig war, in Hinsicht auf ständige Bedrohung seitens der tatarischen Überfälle. Die Kavallerie war darum ständig das Kern der Armee; sie wurde aber teilweise neu organisiert und umgerüstet, was zur Entstehung einer Berufsarmee geführt hat. Trotz sehr bedeutender Aufwände des Staates war die Anzahl der Stammarmee, der sog. „obrona potoczna" [„Nebenverteidigung"], nicht beeindruckend. Kampfbereit waren jederzeit 4 Tausend Berufssoldaten. „Obrona potoczna" unterlag der Oberherrschaft der sog. Hetmane – dieses Amt ist Anfang des 16. Jahrhunderts entstanden. „Pospolite ruszenie" - Adelsaufgebot – die damalige Grundlage der Organisation der Streitkräfte des Staates, unterlag dagegen dem König und umfasste sogar Zigtausende Adeligen, die unterschiedlich ausgerüstet, geschult und dabei sehr undiszipliniert waren. Die Kavallerie der Adeligen konnte zur Verteidigung des bedrohten Gebiets dienen – ihre Kampffähigkeit war aber bereits nicht sehr hoch. Der König strebte zwar nach der Aufrechterhaltung der Zusammenarbeit zwischen Adelsaufgebot und Berufssoldaten, aber der Hetman, der die Oberherrschaft über die Berufsarmee hatte, hatte gleichzeitig keine Befugnisse, die ihm das Kommando über Adelsaufgebot übergeben können.

Die Notwendigkeit, mit dem östlichen Gegner (Tataren, Türken) zu kämpfen, war eine der Ursachen der fortschreitenden Orientalisierung der Ausrüstung und der Weisen der Kampfführung. Infolge dieser Strebungen erschien eine neue Form der leichten Reiterei – die Husaren, Reiterei ohne Rüstungen, mit viereckigen Schutzschilden türkischer Art; sie kämpfte mit Lanzen (aus Holz) und mit Schwertern und sie griff galoppierend mit einer geschlossenen Formation an. Die polnische Infanterie ähnelte vom Anfang des 16. Jahrhunderts, in Hinsicht auf Kampfweise, den türkischen Janitscharen. Die Fußsoldaten „drabi" bereiteten sich auf den Kampf in Gruppen von zehn Personen vor. In der ersten Reihe standen mit großen Schilden die Krieger mit Pavesen. Dahinter nahmen die Speerträger oder Hallebardier, später auch die Pikiniere, Platz. In den weiteren sechs Reihen standen die Schützen mit Büchsen oder mit besseren Arkebusen. Die letzte Reihe bildeten wieder die Pikiniere, Elitesoldaten, häufig als „zapleczni" [„Nachhut"] bezeichnet. Ein so organisierter Trupp der Infanterie bildete in der Regel das sog. Hundert (setka), das heißt die Rotte und war die Grundlage der damaligen Infanterie.

Artillerie war in dieser Zeit eine ganz anders organisierte Art der Armee – sie wurde vor allem bei der Belagerung der Festungen, der Eroberung der Städte und der Verteidigung eines befestigten Lagers genutzt. Sie spielte noch keine wesentliche Rolle auf dem Kampffeld, weil sie nicht genügend mobil und schwach ausgerüstet war.

Die Ausstellung besteht aus Repliken der Bewaffnung und der Ausrüstung, die von anerkannten polnischen Handwerkern geschaffen wurden. Dank der Ausstellung kann man Schwerter, Rüstungen, Stangenwaffen und sehr interessante Beispiele für Waffen des gemeinen Volkes sehen und bewundern.

Die Ausstellung ist vom April 2011 bis Juni 2012 geöffnet.




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Über das Projekt

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